Das Kompetenzzentrum für nachhaltige Mobilität

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PRESSEMITTEILUNG


Ab 2020 entsteht im Gewerbepark Avantis ein Zentrum für nachhaltige Mobilität


In der ehemaligen Produktionsstätte des Photovoltaik-Herstellers Trina Solar zieht wieder Leben ein. Nachdem das 2005 im Avantis-Süden errichtete Gebäude über zwei Jahre leer stand, werden sich dort gleich mehrere Unternehmen aus dem Bereich der urbanen Logistik ansiedeln. Bereits im ersten Quartal 2020 wird das RWTH-Spin-Off PEM Motion als Hauptmieter einziehen. Die ehrgeizigen Projekte dieses Unternehmens reichen von der Entwicklung und dem Testen von Batterietechnologien über Karosseriebau bis zum Prototypenbau und bedienen alle Ingenieursthemen rund um die Elektromobilität.

Da liegt es nahe, dass einige Partner von PEM Motion Anfang 2020 ebenfalls an den neuen Standort ziehen werden, darunter der Spezialist für Brennstoffzellen- und Infrastrukturlösungen Alternative Energy Driven Solutions, der durch seine Pedelec-Stationen bekannte Mobilitätsservice-Anbieter Velocity und die Innovationsplattform Ducktrain, ein Entwickler intelligenter Mini-Gütertransportzüge für den innerstädtischen Lieferverkehr, die vorausradelnden Radlern oder Fußgängern autonom folgen können.


Felix Delahaye, Geschäftsführer der Avantis GOB & Services NV, begrüßt das ambitionierte und zukunftsweisende Vorhaben:

„PEM Motion und Ihre Partner schließen im Grunde den Kreis zu der am Ende der 90er entstandenen Idee eines Science & Businessparks. Die letzten Jahre haben erfolgreich gezeigt, dass Handel und Logistik auf Avantis schon funktioniert. Jetzt rückt der Fokus auch verstärkt in Richtung Forschung und Entwicklung. Wir sind davon überzeugt, dass das neue Kompetenzzentrum auch Impuls für weitere Ansiedlungen aus diesem Bereich sein kann und sich eine fruchtbare Partnerschaft im Hinblick auf Mobilität in und um den Gewerbepark ergibt.“

Prof. Dr. Manfred Sicking, Vorstand und Beigeordneter für Wirtschaftsförderung, Soziales und Wohnen der Stadt Aachen ergänzt:

„Das Kompetenzzentrum für nachhaltige Mobilität kann möglicherweise Antworten auf einige der drängendsten Fragen unserer Zeit liefern. Einmal mehr zeigt sich, dass die Aachener Hochschulen und deren Spin-Offs von großer Bedeutung für die Entwicklung und den Stellenwert der Region sind. Der Gewerbepark Avantis, der seinerzeit als grenzüberschreitendes Gewerbegebiet ebenfalls Innovationscharakter besaß, bietet die Chance, solche innovativen Spin-Offs am Standort Aachen zu halten und deren weitere Entwicklung in der Nachbarschaft zu den Hochschulen zu ermöglichen.“

Der Avantis European Science and Business Park, kurz Avantis, ist ein grenzüberschreitender Gewerbepark in den Gemeinden Heerlen in den Niederlanden und Aachen in Deutschland. Das Gelände des Gewerbeparks ist etwa 100 Hektar groß. Bild: ConAC GmbH

Gebündelte Kompetenzen

Gebündelte Kompetenzen im Bereich der nachhaltigen Mobilität bringen die Initiatoren des Projektes bereits mit, Prof. Achim Kampker, Tobias Reil und Fabian Schmitt gehören zum Gründungsteam der StreetScooter GmbH in Aachen. Das Unternehmen ist seit 2014 eine 100%ige Tochtergesellschaft der Deutschen Post, die bereits über 11.000 der gelben elektrischen Transporter einsetzt.

Parallel zum Umbau des Gebäudekomplexes auf Avantis, der bereits im Januar beginnen soll, werden sukzessive weitere thematisch passende Unternehmen folgen. Ziel ist es, auf Avantis mittelfristig ein umfassendes Kompetenzzentrum und Innovationsnetzwerk für alle Herausforderungen der nachhaltigen Mobilität und Logistik aufzubauen, das mit kurzen Wegen schnelle Lösungen ermöglicht.

Neuer Besitzer der Immobilie ist die ConAC GmbH. Ihr Geschäftsführer Fabian Schmitt blickt optimistisch auf die kommenden Jahre:

„Wir schaffen hier ein einzigartiges Ökosystem rund um die nachhaltige Mobilität – ein Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft weit über die Region hinaus. Mit einem innovativen Mobilitätskonzept für die Mitarbeiter der neu angesiedelten Unternehmen werden wir direkt demonstrieren können, wie der Weg von A nach B zukünftig aussehen sollte.“

Geplant ist ein Mix aus Velocity-Stationen, Ladesäulen für elektrische Fahrzeuge, Pool E-Motorrollern und E-Fahrzeugen, Carsharing und ÖPNV. Autonome Fahrdienste sollen folgen.

Dr. Kai D. Kreisköther, der als Geschäftsführer die beiden Mikrologistikunternehmen Velocity Mobility GmbH (Velocity) und DroidDrive GmbH (Ducktrain) leitet, sieht für beide Unternehmen einen unmittelbaren Mehrwert der gemeinsamen Neuansiedlung:

„Das Kompetenzzentrum für nachhaltige Mobilität bietet für uns die Möglichkeit, unsere Lösungen und Technologien in einem Reallabor direkt vor unserer Haustüre mit echten Kunden zu erproben und weiterzuentwickeln. Gerade bei neuen, innovativen Lösungsansätzen ist es wichtig, sehr früh die Anwender sowie Bürgerinnen und Bürger einzubeziehen und deren Feedback einzufangen.“

Der Geschäftsführer der Alternative Energy Driven Solutions GmbH (kurz AE) Tobias Reil plant rund um das Kompetenzzentrum die Errichtung einer Erlebniswelt Wasserstoff, in der sämtliche Themen rund um den Wasserstoff als Energieträger für den Verkehrs- und Energiesektor adressiert und Lösungen aufgezeigt werden.

„Mit unseren innovativen und integrierten Lösungsansätzen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff, der Wasserstoff-Vertankung und Brennstoffzellensystemen unterstützen wir Städte, Kommunen und Flottenbetreiber bei der Umstellung ihrer jeweiligen Flotten auf alternativ angetriebene Fahrzeuge“

so Tobias Reil. Strategischer Investor der Alternative Energy Driven Solutions GmbH, die 2019 gegründet wurde, ist die NEUMAN & ESSER GROUP, die als Gesellschafter sowohl Expertise als auch weitreichende technische Lösungen im Bereich Wasserstoff-Infrastruktur in das Vorhaben einbringt.

Humanotop-Idee wird Wirklichkeit

Prof. Achim Kampker, der den Aufbau des Kompetenzzentrums aktiv begleitet, möchte aber noch einen entscheidenden Schritt weitergehen. Mit mehreren Städten und Gemeinden überall in Deutschland verhandelt er zurzeit über die Umsetzung nachhaltiger Stadtteile, die alle nötigen Ressourcen von Energie über Wasser und Lebensmittel bis hin zu Mobilität und Infrastruktur selber bereitstellen. Am neuen Standort im Gewerbegebiet Avantis sind die Bedingungen ideal, ein solches „Humanotop“ in kleinem Rahmen zu realisieren.

„Geplant ist, unseren gesamten Strombedarf nachhaltig durch eine Photovoltaikanlage zu erzeugen, Gemüse und Obst im eigenem Dachgarten-Anbau anzubauen und für die Mitarbeiter unsere eigenen Transportlösungen zu schaffen“

Dazu wird zurzeit die CO2-Bilanz des Gebäudes ermittelt, um bereits im Vorfeld eine komplette Ressourcenneutralität planen und umsetzen zu können.

Kompetenzzentrum für nachhaltige Mobilität: So soll der neue Standort im Gewerbegebiet Avantis unweit von Aachen bald aussehen. Spezifische Kennzeichen sind grüner Strom aus eigener Produktion und nachhaltige Transportmöglichkeiten für die Mitarbeiter der ansässigen Unternehmen. Bild: ConAC GmbH

Über PEM Motion

Die PEM Aachen GmbH (seit 2019 PEM Motion) wurde im Jahr 2014 im Rahmen der StreetScooter-Entwicklung als Ausgründung des Lehrstuhls für Produktionstechnik für Elektromobilitätskomponenten von Prof. Achim Kampker an der RWTH Aachen (PEM) mit dem Ziel gegründet, gewonnene Erkenntnisse auch anderen Unternehmen zugänglich zu machen und so zur Mobilitäts- und Energiewende beizutragen. Aus einem kleinen Team innovativ denkender Ingenieure ist ein Unternehmen mit über 90 Mitarbeitern entstanden, das heute weltweit für Automobilhersteller, Mobilitätsanbieter, Zulieferer und Start-Ups an drei Standorten in Europa und Nordamerika arbeitet und seine Expansion mit der Erschliessung von Avantis weiter vorantreibt.

Geschäftsführer Dr. Christoph Deutskens, der zum Kernentwicklungsteam um den StreetScooter gehörte, freut sich auf den nächsten Schritt:

„PEM Motion realisiert die Zukunft der Mobilität – dafür bietet der neue Standort herausragende Chancen. Für unsere Kunden, weil wir Consulting, Engineering, Prototyping und Testing an einem Standort verbinden können. Für unsere Mitarbeiter, weil wir in einem starken und attraktiven Innovationsnetzwerk arbeiten.“

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